Kreuzbandriss
Entstehung Das Kreuzband ist der Stabilisator im Kniegelenk. Bei Hunden ist die stabilisierende Wirkung meist stärker als beim Menschen, da diese eine stärkere Winkelung aufweisen. Neben 2 Seitenbändern verhindern das vordere und das hintere Kreuzband das Abknicken des Gelenkes nach vorne oder nach hinten. Im Gegensatz zum Menschen reißt das vordere Kreuzband beim Hund selten in Folge eines Traumas, in der Regel untersteht das Kreuzband einer chronischen Fehlbelastung, die zum einen durch die Winkelung natürlich ist, aber auch durch Übergweicht gefördert werden kann. Es ist mittlerweile bekannt, dass es eine Veranlagung zum Kreuzbandriss gibt, die in der zu steilen Winkelung der Gelenkfläche des Tibiaplateaus (Gelenkfläche des Unterschenkels) begründet liegt (Cranial Tibial Thrust). Durch die ständige Fehl- / Überbelastung des Bandes entstehen kleinere Risse, eine kleine falsche Bewegung reicht dann oft schon aus, um zum Kreuzbandriss zu führen. Durch den Riss verliert das Gelenk seine Stabilität. Der Hund wird das Gelenk nach einem Kreuzbandriss so wenig wie möglich belasten, es kann bei Manipulation für ihn auch schmerzhaft sein. Der Tierarzt kann einen Kreuzbandriss durch den sogenanten "Schubladentest" oder den "Tibia-Kompressionstest" feststellen, um sicher zu gehen sollte dennoch immer eine Röntgenaufnahme gemacht werden. Ein Kreuzbandriss muss operativ behandelt werden, er wächst nicht von alleine zusammen (siehe hierzu auch "Heilungsmethoden" weiter unten auf der Seite). Bleibt die operative Behandlung aus oder der Kreuzbandriss wird zu spät erkannt, kann es durch die Fehlstellung des Gelenkes zu schweren Arthrosen bis hin zu Wirbelsäulenschäden führen. | Blick in das Knie eines Hundes ohne die Patella Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tplo, |
Heilungsmethoden: TPLO und TTA |
Die althergebrachten Methoden basierten hauptsächlich auf den Erfolgen in der Humanmedizin, die in der Veterinärmedizin aber nur wenig Erfolg zeigten, was hauptsächlich an der unterschiedlichen Winkelung liegt. Wir möchten daher an dieser Stelle die TPLO und die TTA erläutern, die speziell für die Veterinärmedizin entwickelt worden sind.
TPLO - Tibial Plateau Leveling Osteotomy
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tplo, | In den 90er Jahren wurde von den Wissenschaftlern Barkley und Slocum für die Veterinärmedizin das Operationsverfahren TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy) entwickelt. Durch diesen Eingriff wird der Vorschub des Gelenkes, der vorher durch das vordere Kreuzband abgefangen wurde, vermieden. Um dieses zu erreichen wird der Tibiakopf mit einem bogenförmigen Schnitt abgetrennt und durch spezielle Platten an anderer Stelle wieder verschraubt. |
TTA - Tibial Tuberosity Advancement
Die TTA (Tibial Tuberosity Advancement) wurde von der chirurgischen Kleintierklinik der Universität Zürich entwickelt.
Bei dieser Methode wird in den nichttragenden Teiö des Unterschenkelknochens ein fast senkrechter Schnitt gemacht, der gelöste Bereich wird nach oben verlagert und mittels eines speziellen Abstandshalters in der neuen Position gehalten. Auch hier ist der Vorschub des Gelenkes operativ abgefangen.