Erziehung - Die Entwicklungsphasen des Welpen

1. Nachgeburtsphase und 1. und 2. Lebenswoche
Zitzensuche je nach Veranlagung, ererbten inneren Antriebskräften, angeborener Lebenskraft nach Einzeltier und Rasse unterschiedlich
Nutzen von Tast- und Geruchsinn zum Erreichen der mütterlichen Zitze
Saugreflex, Milchtritt mit den Vorderläufen, Abstemmen mit den Hinterläufen
Wärmebedürfnis der Welpen
Völlige Öffnung der Augen, der Ohren sowie Wahrnehmung von Geräuschen
Wichtige Geruchskontakte zum Menschen.

2. Übergangsphase (3.Woche)
Entwicklung der Motorik, erste Gehversuche
Erstes Bellen oder Heulen
Kontaktaufnahme zu den Geschwistern durch Lecken usw.
Selbstständiges Verrichten der Geschäfte (Harn und Kot)
Reaktion auf Umweltreize (erste Spielmöglichkeiten durch Bälle, Quitschtiere usw. schaffen)
Beginn des Wahrnehmens der Geschwister, der Mutter und des Menschen
Das Bewusstsein beginnt sich zu entwickeln
Das Geborgenheitsgefühl durch die Anwesenheit der Mutterhündin ist zur Selbstfindung des Welpen (Erkennen der Artzugehörigkeit) in dieser Phase wichtig. Schon eine etwa einwöchige Entfernung der Mutter kann zu einem Zusammenbruch des Gemütszustandes des Welpen und damit zu dauerhaften seelischen Schädigungen führen
Heranführen des Welpen an den Sozialpartner Mensch durch häufiges Anfassen, erste Spiele, Geruchskontakte.

3. Prägungsphase, Sozialisierungsphase (4. bis 16. Woche)
Weiterentwicklung von Körper, Gemüt und Seele
Welpe beginnt, seine Bewegungsabläufe zu koordinieren und zu verfeinern
Sozialkontakte zur Mutter und zu den Geschwistern dienen der Charakterformung und der Ausprägung des Selbstvertrauens, verbunden mit einem notwendigen Maß an Belastung und Anreiz
Einordnung in hundliche und menschliche Gemeinschaften, z. B. durch erste Rangkämpfe
Welpe wird auf die Arten Hund und Mensch geprägt
Auseinandersetzung mit der Außenwelt findet statt (deshalb sollten dem Welpen in dieser Phase vielseitiges Welpenspielzeug zur Verfügung stehen und ihm Anregungen durch optische und akustische Reize gegeben werden)
Offen für alle Lernvorgänge (wichtig: Die Erfahrungen, die der Welpe jetzt sammelt, haben Einfluss auf seine Motivation, Agressionsbereitschaft, Bindungsfähigkeit, sein Geselligkeitsbedürfnis und seine Eingliederungsfähigkeit in menschliche und hundliche Gruppen).
Quelle: Inge Hansen, Vererbung beim Hund, S. 82, S. 83 f.,