Stress und Stresswirkungen

Die Auswirkungen von Stress, von Donald Broom definiert als eine Überforderung der Anpassungsfähigkeit eines Tieres mit Langzeitschäden auf Fitness oder Gesundheit, betreffen i.W. vier so genannte Stressachsen:

  • die Kampf/Flucht- = Sympathicus-Nebennierenmark-Achse, mit den Hormonen Adrenalin/Noradrenalin, die überwiegend Kreislauf und Atmung aktivieren
  • die Kontrollverlust- = Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse mit den Glucocorticoidhormonen, die Stoffwechsel und Blutzuckerspiegel steigern, Eiweißabbau, Immunschwäche und Repressivität fördern
  • die Hypophysen-Gonaden-Achse die, die Produktivität von Geschlechtshormonen dämpft 
  • die Hypothalamus-Immun-Achse, die über Interlenkine die Tätigkeit von Lymphzellen und damit Krebs- und Krankheitsabwehr schwächt.


Die Hauptproblematik der Stresswirkung liegt in der Langzeitschädigung. Bereits der unbewältigte Stress der Mutter in Schwangerschaft und Säugezeit wirkt sich, teils direkt über Hormone, teils über das Brutpflegeverhalten, auf Zellteilung und Rezeptordichte im Gehirn aus. Dadurch werden Stresszentren gefördert oder reduziert, und das entstehende Bild einer starken Stressanfälligkeit wird tradiert.


Nach Untersuchungen an verschiedensten Tierarten sind Persönlichkeitstypen, die u.a. die Stressbewältigungsfähigkeit betreffen, im Durchschnitt mit ca. 1/3 Erblichkeit belastet. Das bedeutet, dass in der Schwankungsbreite zwischen Individuen einer Rasse, Zuchtlinie o.ä. Fortpflanzungsgemeinschaft etwa 1/3 der Unterschiede zwischen den Artgenossen durch Genetik, 2/3 durch andere, also Umwelteinflüsse i.w.S. erklärbar sind.

Wir danken Dr. Udo Gansloßer für die Erstellung dieses Beitrags!